Jaroslav Plotnikov

Informatiker aus nicht EU – Szenario Arbeitsplatzsuche

Sie sind ein IT-Spezialist. Sie haben Informatik oder Vergleichbares studiert oder arbeiten seit langem in IT-Branche. Sie wollen in Deutschland leben und arbeiten. Vielleicht ein Jahr, vielleicht länger.

Wahrscheinlich wissen Sie bereits, dass in Deutschland eine wachsende Nachfrage nach Informatiker gibt. Informatiker sind willkommen, die Regierung hat für sie die Bedingungen und Formalitäten für die Einwanderung, Aufenthalt und für die Arbeitsaufnahme vereinfacht.

Die meisten ausländischen Informatiker kommen und bleiben mithilfe der sog. Blue Card Regelung. Doch dieser Weg hat einen Nachteil – wenn Sie via Blue Card nach Deutschland kommen, sind Sie Festangestellter und dürfen nicht selbständig arbeiten und die Rechnungen ausstellen. Nicht mal nebenberuflich zuhause nach der Arbeit oder am Wochenende.

Es könnte sein, dass Sie als Selbständiger tätig sein wollen. Es gibt einige Vorteile, wie z.B. mehr Flexibilität in Sachen Arbeitsort, Arbeitsplatz, Arbeitszeit. Ausserdem können Selbständige für mehrere Auftraggeber parallel arbeiten.

Nun stehen Sie vor der Entscheidung, als Angestellter oder als Freelancer in Deutschland zu arbeiten? Was passt Ihnen besser? Diese Entscheidung ist nicht so einfach aus Ihrem Heimat zu treffen. Wenn es bloß eine Möglichkeit gäbe, das Arbeit in Deutschland als “trial period” ausprobieren…

Good news folks! Es gibt eine einfache Möglichkeit. Unten ist das Szenario.

 

 


 

SCHRITTE:

  1. Erstellen Sie eine simple Onepage-Seite mit Selbstdarstellung, Portfolio, Referenzen und Kontaktinformationen. Die beste URL wäre: www.VornameName.com  Erstellen Sie auch ein ähhnliches Profil auf Upwork.
  2. Mithilfe der Arbeitsagentur-Jobbörse kontaktieren Sie einige hundert Arbeitgeber, die Praktikanten suchen. Lassen Sie sich von den die Praktikumsdetails, vor allem die Mindestdauer und die wöchentliche Stundenanzahl emailen. Empfehlung: beforzugen Sie die Unternehmen in Großstädten, wo viele alternative Firmen-Kandidaten gäbe.
  3. Bei der zuständigen deutschen konsularischen Vertretung in Ihrem Land stellen Sie einen Antrag auf Nationalvisum (Begrundung: “zur Arbeitsplatzsuche für qualifizierte Fachkräfte”). Ausfüllhinweise hier. Das Visumgebühr: 60-90€.
  4. Mit diesem Visum kommen Sie nach Deutschland. Sie haben 2 Wochen Zeit sich ein Aufenthaltstitel ausstellen zu lassen.Hinweise zur Mehr Info hier. Fragen Sie bei Firmen-Kandidaten nicht nach der Höhe der Bezahlung, sondern fragen Sie nach der Möglichkeit, über Upwork die Bezahlung abzuwickeln. Rechtlicher Hinweis: das Aufenthaltstitel zur Arbeitsplatzsucheberechtigt nicht zur Erwerbstätigkeit.
  5. Versuchen Sie zwei verschiedene Praktika in unterschiedlichen Firmen zu vereinbaren. Die Praktika dauern mindestens 3 Monate.  Rechtlicher Hinweis: Die Aufenthaltstitel wird für sechs Monate ausgestellt. Eine Verlängerung dieser Aufenthaltserlaubnis ist ausgeschlossen.
  6. Benutzen Sie Ihre Freizeit effektiv: bewerben Sie sich bei weiteren Firmen. Fahren Sie zur Vorstellungsgespräche. Machen Sie die Testaufgaben. Außerdem, empfehle ich Folgendes: melden Sie sich selbständig an und legen Sie ein Bankkonto an. Erkundigen Sie sich, ob Sie als Unternehmer oder als Freiberufler (das zweite – besser) sich anmelden können. Dies wird vom Finanzamt entschieden. Sie bekommen eine Steuernummer und die Möglichkeit, selbständig zu arbeiten und die Rechnungen ausstellen. Rechtlicher Hinweis: Sie dürfen momentan in Deutschland nicht arbeiten. Jetzt ist Ihre Aufgabe: Erfahrungen mit deutschen Arbeitgeber machen, deutsche Arbeitsweise lernen, sich gute Referenzen fürs Portfolio sichern.
  7. Wenn Sie es innerhalb von insgesamt 6 Monaten schaffen, machen Sie auch woanders das zweite Praktikum. So können Sie Unterschiede z.B. zwischen Betriebsklima in einem Konzern und in einem Start-up spüren. Kurz vor Ablauf Ihres sechs-monatiges Abenteuer sollen Sie Ihre Wahl treffen.

Sie haben in einem oder mehreren deutschen Betrieben gearbeitet. Sie haben möglicherweise auch eineige Test-Aufgaben entfernt und unentgeltlich (dafür aber für eine Bescheinigung oder Referenz) gemacht. Ihr Portfolio und professionelle Erfahrung ist jetzt besser geworden.Möglicherweise auch Ihre Sprachkenntnisse.

Sechs Monate sind vorbei. Aufenthaltstitel für die Arbeitssuche kann man nicht verlängern. Sie haben folgende Optionen:


In diesem Text gibt es für mich unklare Momente. Ich habe die blau markiert und formuliere nochmal als Fragen. Für Kommentare wäre ich äußerst dankbar. Also, teilen Sie bitte ruhig “your thoughts” 🙂

Frage 1: Ist das Vorgehen im Schritt 4 korrekt dargestellt? Muss man überhaupt in die Ausländerbehörde oder genugt das Titel, welches man in der Konsulat bekommen hat?

Frage 2: Bricht man kein Gesetz, wenn man mit dem “Visum für Arbeitsuche” welches in Deutschland Erwerbstätigkeit nicht gestattet, über Freelancer Börsen, z.B. Upwork, als Freelancer mit dem Sitz in seinem Heimatland die Bezahlung bekommen?

Frage 3: Kann man sich selbständig melden z.B. ohne Selbständigkeit vorerst auszuüben?

Sie können gerne Ihre Meinung unten als Kommentar schreiben. Es ist anonym, keine Registrierung erforderlich. Oder Sie können gerne mir Ihre Meinung per email zukommen lassen. Vielen Dank im Voraus, Jaroslav Plotnikov info@yarve.com

 

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