Jaroslav Plotnikov

IT-Freelance in Deutschland: 3 Steuerarten, die jeder kennen soll

Dieser Artikel richtet sich auf jenen Fachinformatiker, der/die in Deutschland eine Selbständikeit bzw. gewerbliche Tätigkeit beabsichtigen. Grundkenntnisse von Steuern brauchst Du unabhängig davon ob Du bereits im Lande oder noch im Ausland bist

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Hohe Steuern in der BRD – wieso und warum?

Anstatt einer Einleitung

Ab und zu höre ich klägliche Stimmen von Einwanderern, dass deutsche Steuern und soziale Abgaben zu hoch seien. Als erstes schlage ich vor: anzuhalten und über das Leben in Deutschland kurz nachzudenken. Die Frage lautet: warum möchtest Du in Deutschland dich aufhalten?

Wegen besserer Ökonomie? Wegen einer höheren Sicherheit für dich und deiner Familie? Wegen einer Ausbildungssystem für deine Kindern? Wegen Bewegungsfreiheit? Sauberkeit und eine niedrige Kriminalitätsrate? Gutes Verhältnis Lohn-Preise? Gute Ökologie und Lebensmittel? Niedrigeres Stress im Leben? Gut ausgebautes Gesundheitssystem? Sozialer Schutz und Gerechtigkeit? Alle Vorteile des gemütlichen und sicheren Lebens müssen irgendwoher finanziert werden, nicht wahr?…

Meine Meinung dazu: die Vorteile des Lebens in einem industriell entwickelten demokratischen Staat werden dir nicht geschenkt. Und nicht von der Regierung bezahlt. Alles im Leben hat seine Preis. Logisch? Also, betrachte die Steuer als Investition in dein Lebensqualität und in die Zukunft deiner Kinder. 

Wenn dir in Deutschland eines Tages nicht mehr gefällt, kannst Du ein Teil deiner Einzahlungen für die Zukunft zurückbekommen und das Land auf nimmerwiedersehen verlassen. Auch das ist in Deutschland vorgesehen.

Und jetzt zum Thema: Steuer. Ich versuche mich möglichst kurz und klar zu fassen. 

 

Welche Steuer muss man kennen (und welche nicht unbedingt)

Nach dem Ratgeber von IHK Berlin, gibt es fünf Steuerarten, die Du “zumindest grob” kennen muss:

  1. Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer
  2. Einkommensteuer
  3. Gewerbesteuer
  4. Körperschaftssteuer
  5. Lohnsteuer

Meine Meinung: Für Freelancer in IT-Branche gibt es keine Notwendigkeit alle fünf Arten zu lernen. Die drei ersten reichen völlig aus. Warum?

Weil der IHK-Ratgeber über alle Industriezweige aufklärt. Du aber in IT-Branche arbeiten möchtest, was kümmern dich die Vorschriften für Bauer, Immobilienmakler oder Spielsalon Besitzer?

Na, fertig vom nützlichen Wissen zu tanken? Wenn ja, let’s begin. Wie wäre es wenn wir mit einem absoluten Minimum anzufangen? Sobald Du in IT Branche als Freelancer tätig sein willst, gibt es ein paar Steuerarten, die Du auf alle Fälle kennen solltest.

 

Stelle dir zwei Programmierer mit vergleichbaren Qualifikationen und Erfahrungen. Der erste hat den einschlägigen Uniabschluß, der zweite hat das gleiche Niveau allein durch Selbstudium und Erfahrungen “vor Ort” erarbeitet. Der erste wird in Deutschland sofort und ohne jegliche Schwierigkeiten als Freiberufler klassifiziert (und damit meine ich genau den deutschen Begriff des Freiberuflers). Der zweite wird vom Finanzamt höchstwahrscheinlich als Unternehmer klassifiziert (Gewerbe / Unternehmer). Die Begründung: ohne Hochschulstudium ist es nicht einfach als Freiberufler eingestuft zu werden. Nicht einfach aber jedoch möglich.

In der deutschen IT Branche können diese beiden Männer absolut die gleiche Arbeit für den selben Arbeitgeber tätigen. Die Unterschied zwischen Freiberuflichkeit und Gewerbe liegt ausschliesslich auf die Ebene von Steuern – der Unternehmer / Gewerbetreibender zahlt das Gewerbesteuer und Freiberufler zahlt es nicht.

Mehr details findest Du im Artikel IT Freelance in Germany: FREELANCER vs TRADER

 

Fachbegriffe – was ist was

Wenn Du als Freelancer deinen Kunden eine Rechnung (invoice) ausstellst,  betrachtest Du  dieses Geld als Bezahlung deiner Leistungen, richtig?

Die für deine Leistung von Kunden bezahlte Gelder heißt Einkommen (Income) oder Einnahmen  (proceeds).

Aus diesen Einnahmen summiert sich das Gesamteinkommen (total income), d.h. ohne Abzüge und Steuer. 

 

Vom Einkommen zahlst Du das Einkommensteuer (income tax). Dazu s. Artikel 3 main tax types – #2 EINKOMMENSTEUER – INCOME TAX

Folglich innerhalb von einer Zeitspanne (z.B. ein Monat oder ein Jahr) ergibt sich der Umsatz (Turnover).

Vom Umsatz zahlst Du Einkommensteuer oder Unsatzsteuer (Ust). Diese zwei Begriffe kannst Du synonym verwenden. ????????????????????????????? (s. den Artikel 3 main tax types – #1 VAT )

Um den Gewinn (profit) auszurechnen, ziehe vom Einkommen die Betriebsausgaben, Einkommensteur und Umsatzsteuer ab

Wenn Du nicht Freiberufler sondern Unternehmer / Einzelunternehmer bist ( trader / sole proprietor ) bist, musst Du zusätzlich das Gewerbesteuer zahlen. (s. den Artikel 3 most important types of tax – #3 TRADE TAX ).

 

Call to action:

Du brauchst nur drei Steuerarten zu verstehen um erfolgreich dein IT-Business in Deutschland zu machen. Alles andere wird dich mit unnützlichen Wissen überladen und dein Start ins unklare Zukunft verschieben. Wir wollen nicht in die Falle geraten “Ich muss noch viel lernen”. Ja, Du sollst einiges lernen aber wenn Du bereits Auftraggeber bzw. potentielle Kunden hast, dann wird dein Weg bis zum ersten Honorar kurz sein.

Melde dein Business bzw. Freelance an und lege los. IT-Freelancer werden gut bezahlt. Andere Steuerarten sind nicht zwingend notwendig. Sobald dein Einkommen wächst, findest Du einen Steuerberater. Er klärt dich über andere Steuer am besten auf. Und für diese drei brauchst Du nur das Grundwissen. Grabe nicht tief, es wird dich von deinen IT-Kompetenzen ablenken.

 

Ich hoffe der Artikel hat dir geholfen. Falls dir noch etwas zum Thema einfällt (Ergänzungen, Fragen, unklare Stellen) kannst du das gerne hier unten in den Kommentaren schreiben. 


Quellen: IHK Berlin Gründen in Berlin (DE/EN)  / Zervant / Debitoor

 © 2018 Jaroslav Plotnikov ( Artikeln auf Deutsch über IT-Selbständigkeit ) 

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