Jaroslav Plotnikov

Was geschah mit Mischa

Mischa ist unverletzt aber die Lage ist kritisch.


UPDATE – Stand der Dinge – 30.08.17

 

Hallo zusammen,
es gibt Neuigkeiten von Mischa.Das Wichtigste: Es geht ihm gut. Die Zeit im Gefängnis hat er überstanden, er wirkt nicht gebrochen. Mischa ist gesund und mutig.

Wohl mindestens bis zum Prozess ist Mischa zu Hause, aber darf Sotschi und auch das Land nicht verlassen.

Mischa, seine Familie und sein Anwalt gehen davon aus, dass es schon im September zu einem Prozess gegen ihn kommen kann. Vermutlich wird er wegen Diebstahl einer Tasche mit Geld und Flucht vor der Polizei angeklagt. Doch die Tasche hatte er lediglich gefunden. Mischa würde nie etwas stehlen.

Wir befürchten aber weiterhin, dass es sein kann, dass die russische Justiz nicht den vermeintlichen (und aus unserer Sicht konstruierten) Diebstahl bestraft, sondern vielmehr Mischas Engagement gegen die Zerstörung der Natur. Was passiert, können wir aber bestenfalls vermuten.

Für den Fall eines langen Prozesses mit schweren, konstruierten Vorwürfen werden wir Geld für einen Anwalt benötigen. Ich danke allen, die uns schon etwas geliehen haben oder sich überlegen, es noch zu tun.

Ich halte euch auf dem Laufenden.
Jaroslav 

 


Hallo zusammen,

wir machen uns große Sorgen um meinen Bruder Mischa: Am 16. August wurde Mischa von der Polizei in Sotschi/Russland, unserer Heimatstadt, festgenommen. Die offizielle Anklage lautet Diebstahl und Flucht vor Polizeibeamten. Wir haben große Angst vor einem Prozess und seinen Folgen.

Mischa soll eine Tasche mit iranischen Reisepässen samt 300.000 Rubel (ca. 4300 Euro) gestohlen haben. Das ist falsch: Er hat sie lediglich gefunden. Für seine Familie, seine Freunde, meinen Bruder Vasilij und mich ist ohnehin das Letzte, was wir glauben würden, dass Mischa einen Diebstahl begangen hat. Vasilij, der wie ich in Deutschland lebt, und ich sind völlig ratlos.

Unsere Befürchtung ist, dass seine Verhaftung eine Reaktion der Staatsmacht auf Proteste gegen Natur-Zerstörung und staatliche Willkür ist, eine Gegenreaktion der Staatsmacht. Mischa arbeitet als Landschaftsökologe. Er ist auch als Bergführer tätig, begleitete oft Dokumentarfilmer durch den Kaukasus. Er liebt die Natur und engagiert sich für ihren Erhalt. Mit seiner Verhaftung soll möglicherweise auch sein Umfeld getroffen werden, das in einigen demokratischen und ökologischen Bewegungen aktiv ist. 

Gleichgesinnte aus der NGO Ökologische Wacht im Nordkaukasus haben bereits die Staatsmacht hautnah erlebt. Suren Gasarjan etwa musste aus Sotschi fliehen und hat in Estland Asyl bekommen. Vor den Olympischen Winterspielen gab er der FAZ dieses Interview. Jewgenij Witischko hatte weniger Glück und sitzt im Straflager (hier ist der Bericht von Amnesty International). Wir machen uns große Sorgen, dass auch in Mischas Fall ein Exempel statuiert werden soll. Russische Lager sind ein Weg in den Tod.

Seit dem 24. August ist Mischa wieder zu Hause, steht aber unter Hausarrest. Ich habe ihn telefonisch erreicht, er weigert sich aber ein Wort über Details zu sprechen. Er hat sicherlich Angst, dass die Leitung abgehört wird. Bitte vorübergehend keine E-mails an Mischa.

Mischa und ich haben in Oldenburg studiert. Nach der Uni bin ich nach Berlin gezogen, Mischa ist zurück nach Sotschi gegangen. Er hat eine 12-jährige Tochter und eine Ehefrau. Zweimal jährlich besucht er uns Brüder in Deutschland. Für seinen nächsten Besuch hatte er bereits einen Flug gebucht, nur wenige Stunden vor seiner Verhaftung. Wir glauben nicht, dass das ein Zufall ist. Nun darf er sein Haus nicht verlassen, und schon gar nicht das Land.

Wir haben große Angst und setzen alle Hoffnung auf einen guten Anwalt. Doch den kann sich unsere Familie im Moment nicht leisten.

Im Namen der  Familie Plotnikov appelliere ich allen, den Mischas Schicksal nicht gleichgültig ist: Leihen Sie uns bitte Geld.

Leihen Sie, so viel Sie können. Leihen Sie so viel Sie können – 20, 50, 100, 500, 1000, … ? Lieber wenig als nichts.

Wenn Ihnen das gerade nicht möglich, haben Sie natürlich unser Verständnis und unsere Liebe.

 

Ich werde das gesammelte Geld aus meinem deutschen Konto an Mischas Frau via Western Union verschicken – so erhält sie es bar auf die Hand.

Die erste Anzahlung in Höhe von 606 Euro ist bereits angekommen. Doch sollte es zu einem Prozess kommen, brauchen wir viel, viel mehr. Wir glauben, dass wir eventuell 20.000 Euro benötigen. Man weißt ja nie.

Dies ist keine Spende. Wir zahlen die Beträge zurück. Es kann jedoch jahrelang dauern. Meine Bankverbindung und Paypal stehen unten.

Vielen vielen Dank!

.

Zahlungzweck MISCHA – Paypal: yafalin@gmail.com  /   IBAN DE43 1005 0000 6014 1786 33. BIC BELADEBEXXX  (Kto: 6014178633, BLZ 100 500 00 Berliner Sparkasse)

 

Wenn aus irgendwelchen Grunden ist es im Moment nicht möglich, Sie haben trotzdem unser Verständnis und Liebe.

 

Um so mehr gute Leute wir erreichen, desto schneller haben wir die Summe.

Vielleicht schicken Sie diesen Appell weiter, an Ihrer Freunde?

Hier sind zwei gleichen Links zum diesen Blogpost: eine längere http://jaroslavplotnikov.com/mischa/ oder  eine kurze: bit.ly/2ivXBzA  



Um so mehr gute Leute wir erreichen, desto schneller haben wir die Summe. Vielleicht schicken Sie diesen Appell weiter, an Ihrer Freunde? Hier sind zwei Links: eine längere http://jaroslavplotnikov.com/mischa/ und eine kurze: http://bit.ly/2ivXBzA  

Your thoughts? Please leave a reply:

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *