Jaroslav Plotnikov

Kleinunternehmerregelung für ausländischen IT-Freelancern

Lohnt es sich auf 19% zu verzichten?

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Hier erfährst Du von der sog. Kleinunternehmerregelung aus der klar eingeschränkten Perspektive: Du hast Migrationshintergrund und möchtest in IT-Branche selbständig sein.

Was ist die Kleinunternehmerregelung
Vortteile und Nachteile
Schlussfolgerung: wozu taugt die Kleinunternehmerregelung


Was ist die Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung ist eine Vereinfachung der Besteuerung von Unternehmern mit niedrigen Umsätzen. Die Grundlage basiert auf dem § 19UStG (Umsatzsteuergesetz).

Die Kleinunternehmerregelung wurde erschaffen um einem Selbständigen den Einstieg ins Geschäftsleben  zu erleichtern und dadurch das Small-business in Deutschland zu fördern.

Während ein “normaler” Unternehmer die Einkommensteuer und zusätzlich die Umsatzsteuer (19%) an den Staat zahlt, wird ein Kleinunternehmer von Umsatzsteuer befreit.

Der Kleinunternehmer zahlt lediglich die Einkommensteuer (14% bzw. mehr, genauer in diesem Artikel *). Auch die Einkommensteuer musst Du nicht zahlen, wenn Du weniger als dein Jahresgewinn kleiner als von 9.000 ist

* – Vielleicht interessant für dich: 3 wichtigsten Steuerarten – #2 EINKOMMENSTEUER

Wichtig! Wenn Du Kleinunternehmer bist, muss auf deinen gesamten Rechnungen folgendes Vermerk stehen

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Welche Voraussetzungen muss ein Ausländer erfüllen um Kleinunternehmer zu werden?

  1. eine Erlaubnis zur Aufnahme von selbständigen Tätigkeit:
  2. im vorangegangenen Kalenderjahr darfst Du den Umsatz in Höhe von €17.500 nicht überschreiten;
  3. im laufenden Kalenderjahr darfst Du den vorausichtlichen Umsatz in Höhe von €50.000 nicht überschreiten.

Erklärung

1: In deinem Aufenthaltstitel muss ein Vermerk stehen: “Selbständige Tätigkeit gestattet”. Wenn Du ein Bluecard Spezialist bist und solche oder ähnliche Formulierung nicht hast, wende dich an deine zuständige Ausländerbehörde um diese Erlaubnis zu beantragen.

Für Punkte 2 und 3 ist wichtig, dass beide Bedingungen erfüllt sind. Merke, dass die genannten Grenzen beziehen sich um den Umsatz. Nicht um den Gewinn! Der Gewinn wird sicherlich niedriger sein, denn von den Einnahmen werden noch die Ausgaben abgezogen.

Die Unterschied Umsatz – Gewinn. Der Umsatz ist die Summe aller Einnahmen. Der Gewinn zeigt, welche endgültige Summe nach Abzug aller Kosten übrig bleibtGewinn = Umsatz – Kosten

 

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Vorteile und Nachteile 

Vorteile

Das geschäftliche Prozess ist sehr einfach. Es gibt keine Brutto-Netto-Differenz – sowohl bei Rechnungen, die Du ausstellst als auch bei deinen Betriebsausgaben. Umsatzsteuervoranmeldungen sind nicht erforderlich. Bei der Umsatzsteuererklärung brauchst Du oft wörtlich nur zwei Zahlen einzutragen.

Nachteile

Image-Nachteil. Bei manchen Firmenkunden können fehlende Umsatzsteuerangaben den Eindruck machen, der Anbieter sei kein richtiger Profi.

Kosten- / Liquiditäts-Nachteil. Die fehlende Vorsteuerabzugsberechtigung erhöht bei Kleinunternehmern  die Betriebsausgaben, denn die gezahlten  19% Steuer können Kleinunternehmer sich vom Finanzamt nicht erstatten lassen. 

 

Die Kleinunternehmerregelung “einschalten” und “ausschalten”

hre Entscheidung für oder gegen die Kleinunternehmer-Regelung teilst Du dem Finanzamt in der Regel über den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ mit. Dies steht im Absatz 7.3 Kleinunternehmer-Regelung, Zeile 133 (s. Screenshot oben). 

Dies geht auch mit einem formlosen Schreiben. (Wichtig: stets deine Steuernummer einzugeben!)

Andersrum geht nicht so einfach: falls Du dich als “normal besteuerter” Unternehmer angemeldet hast, verpflichtest Du dich dadurch zur mindestens 5-jährigen Regelbesteuerung auf die Dauer von mindestens 5 Jahren.

 

Fazit: wozu taugt die Kleinunternehmerregelung

Zuerst rechne mal durch: Maximal 17500 Euro Umsatz im ersten Geschäftsjahr. Im durchschnittlichen Monat ergibt es sich 1.457 Euro. Merke, es geht um den Umsatz, nicht um den Gewinn. 

Es drängt sich die Schlussfolgerung – es lohnt sich ja gar nicht!

Auch für nebenberufliche Gewerbetreibende und Selbstständige im B2B-Geschäft ist die Kleinunternehmer-Regelung nicht wirklich empfehlenswert: Sie haben keine Preis-Vorteile, verzichten ohne Not auf den Vorsteuerabzug aus Investitionen und leiden obendrein unter dem Amateur-Image. Verglichen damit fällt der etwas geringere Verwaltungsaufwand kaum ins Gewicht.

 

Doch die Kleinunternehmerregelung kann in einigen Fällen, beispielsweise für einen Blue Card Fachmann, eine gute Möglichkeit zu sein, die Selbständigkeit zu “testen”. Du arbeitest als Eingestellter Vollzeit und darfst deine Selbständigkeit nebenberuflich (d.h. weniger als 30 Stunden pro Woche) ausführen. 


 

Quellenhinweise: kleinunternehmer.de

© 2018 Jaroslav Plotnikov ( Artikeln auf Deutsch über IT-Selbständigkeit ) 

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