Jaroslav Plotnikov

IT-Freelance in Deutschland: 8 Schritte deines Businesses

Du möchstest selbständig arbeiten und in Deutschland oder anderen EU-Ländern wohnen?* Dafür brauchst Du nur 8 Schritte

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Ich gehe davon aus, dass dein Deutsch ist sehr eingeschränkt. Dies aber keinesfalls ein Hindernis auf dem Weg zur Selbständigkeit. Für die deutsche Regierung ist es viel wichtiger, dass Du Geld verdienst und Steuer zahlst. Deine Tätigkeit sollte selbstverständlich nicht gegen gesetzliche Normen stoßen.

Erste gute Nachricht, dass es nur wenige Formalitäten gibt und die weitere Schritte simpel sind. Zweite gute Nachricht, dass Du diese Formalitäten leicht und zum vernünftigen Preis delegieren kannst.

Und das dritte gute Nachricht, dass die ganze Sache finanziell sicher ist. Du musst nichts Produkte ersteinkaufen, dann verkaufen. Du verkaufst deine Leistung – daher musst Du nichts investieren. Steuer zahlst Du erst nachdem dein verdientes Geld auf dein Konto eingegangen ist. 

Wir fangen mit den simpelsten Dingen an und langsam gehen wir zu etwas mehr komplexen Betrachtung, okay?

Zuerst sehe Dir folgende zwei Optionen an. 

  • Option Deutschland: Du arbeitest bereits hier und willst Freelance nebenberuflich oder hauptberuflich machen;
  • Option Ausland: Du bist im Ausland und willst nach Deutschland kommen und dort als Freelancer arbeiten.

In diesem Artikel geht es nur um Option Deutschland.

Zwei Bedingungen für deine Selbständigkeit:

a) Erlaubnis zur selbständigen Tätigkeit
b) deutsches Bankkonto


Schritte im 1. Kalender-Jahr

1: Schreibе dein Konzept auf. Es ist ausreichend wenn Du für sich selber in deiner eigener unkomplizierten Sprache das Alleinstellungsmerkmal, Vorgehensweise, Risken und Prognosen zusammenfasst.
2: Benachrichtige deinen jetzigen Arbeitgeber und die Ausländerbehörde (das letztere brauchen EU-Angehörige nicht).
3: Benachrichtige deine Krankenkasse.* 
4: Downloade den Anmeldeformular, fülle ihn aus, unterschreibe, gebe ans Finanzamt/Gewerbeamt und warte auf Bestätigung. Kosten 0-31 Euro.
5: Sobald die Bestätigung da ist, darfst Du sofort Gewinne erzielen und Rechnungen ausstellen.
6: Sobald die erste Rechnung von Dir ausgehändigt und die Zahlung des Kunden eingegangen, ist es deine Pflicht, dies ans Finanzamt mitzuteilen – in Form von Steuervoranmeldung und Steuervorauszahlung.*
7: Sende regelmäßig Steuervoranmeldungen und Steuervorauszahlungen*.

Schritte im 2. Kalender-Jahr

8: Im Januar bis spätestens Ende April fertigst Du einen Jahresbericht an. Dann unterschreibst Du ihn und sendest ans Finanzamt. Das Finanzamt meldet sich und sag Dir wieviel Steuer Du noch nachzahlen musst. Wenn Du bereits im ersten Jahr Steuervorauszahlungen gemacht hast, ist es durchaus möglich, dass Du vom Finanzamt etwas vom deinen Geld zurückbekommst.
9: Nach dem Ende jedes Quartals sendest Du Steuervoranmeldung UND überweist ans Finanzamt etwas Geld als Steuervorauszahlung

Die Schritten 8 und 9 werden sich im nächsten Jahren stumpf wiederholen. Das war’s!

Tip: Wenn Du der Regelbesteuerung unterliegst, lege 40% deiner Brutto-Einkünfte auf ein Unterkonto. (Als Kleinunternehmer reicht 10% zur Seite zu legen) 

Wenn Du Fragen hast (z.B. – “Das Schema ist klar aber diese Steuervoranmeldung verstehe ich immer noch nicht. Was tun?”), besuche unser FAQ-Page zum Thema IT-Freelance in Germany

 

 


* – Kleinunternehmer brauchen die mit Sternchen gekennzeichnete Aktivitäten nicht tun.

© 2018 Jaroslav Plotnikov ( Artikeln auf Deutsch über IT-Selbständigkeit ) 

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